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Sophokles - König Oedipus. Kapitel 3. lyrics

Kepitel 3

Ödipus Es bleibt dir nicht erspart, da ich so weit
gekommen bin in meinen Hoffnungen.
Wo wäre auch ein höh'res Haupt, zu dem
ich reden könnte, da mich mein Geschick
so weit getrieben hat. Hör' zu. Mein Vater
war Polybos, der König von Korinth,
die Mutter Merope. Ich lebte dort,
als erster nächst dem Throne, bis sich etwas
begab, das seltsam zwar, allein nicht wert
all meines Eifers war. Bei einem Gastmahl
berauschte sich ein Mensch und nannte mich
ein Findelkind, ein eingeschmuggeltes
an Königsohnes statt. Ich schlug den Mann,
daß sie für tot ihn trugen, und am Morgen,
nein, noch die gleiche Nacht, ging ich hinein
zu meinen Eltern und befragte sie. Sie zürnten schwer
dem, dessen frecher Mund gesprochen hatte
im Rausch, was nicht die Wahrheit war. Sie schlangen
die Arme so wie nie um mich und gaben
der Seele unvergeßlich süße Worte.
Allein das andre Wort fraß sich mir tief und tiefer
ins Innre und so zog ich heimlich fort
nach Delphoi, zum Palast des Gottes, wo
die Wahrheit aus dem Mund der Priesterin
wie flüssig Feu'r hervorbricht. Doch Apollon, –
merk' auf – um was ich kam, das achtete
er nicht der Antwort wert und kündete
mir andre schlimme grauenvolle Dinge:
daß ich zum Weib die Mutter nehmen würde
und Kinder zeugen, ein Geschlecht des Grausens,
und meines Vaters Mörder sein. Und als
ich dies vernommen, stieß ich mein Gefolge
von mir und mied von da an mein Korinth
und zog in fremdes Land, damit ich nie
die Schmach des grauenvollen Spruches möchte
an mir erfüllt sehn. Und die Wanderung
hat mich, daß weiß ich, auch dahin geführt,
wo dieser König, wie du sagst, erschlagen ward.
Und, Frau, ich will die Wahrheit reden: einmal,
an einem Abend, war ich jenem Kreuzweg
ganz nah' – da kam ein Herold mir entgegen
und fuhr mich an mit bösen Reden und
er wollte nach mir schlagen. Da erschlug ich
den Herold und nachher erschlug ich auch
den Herrn des Wagens und die Knechte auch,
weil sie mich binden wollten für den Henker.
(zögernd)
Wenn nun der Fremde irgendwie verwandt
mit Laios war – wer wäre dann so elend,
wie dieser Mann? Wo wäre, Weib, auf Erden,
ein zweiter so verhaßt, so erzverhaßt
den Göttern? Über mir kein Dach. Mich nimmt
kein Gastfreund in sein Haus. Es redet keiner
zu mir. Sie stoßen mich von ihrer Schwelle.
Und das hat keiner über mich, kein andrer
verhängt als ich. Und dann des Toten Bette,
das wird von meinem Leib berührt, vom Leib
des Mörders. Bin ich nicht verrucht? nicht ganz
verworfen? Und muß ich von jetzt nicht schweifen
auf ewig unbehaust? Nicht hier daheim,
nicht dort? Denn setzt ich den verfluchten Fuß
dort in die alte Heimat, müßt ich ja
die Mutter freien und des Vaters Mörder sein,
der mich gezeugt und aufgezogen hat,
des Königs Polybos. Hier dies, dort das.
Wer spielt dies Spiel mit mir? Das ist ein un-
geheurer, grausam starker Dämon! Weh!
O Heiliges, verborgen Webendes,
den Tag nur la**' mich nicht erleben, la**'
mich aus der Welt entschwinden, spurlos, ewig
verschwinden, eh' das Schicksal auf die Stirn
Dies blutige Brandmal drückt.

Die Greise Noch ist ja Hoffnung!
Die eine! bis der Mensch, der eine Zeuge,
dess' Augen alles sah'n, gesprochen hat.

Ödipus So weit frist' ich die Hoffnung hin. So lange
ertrag ich es, zu warten.

Jokaste Und wenn er da ist, was beschließest du,
was dann zu tun?

Ödipus Dann? Find' ich, daß er überein
aussagt mit dir, dann wär' ich ja entflohn
der fürchterlichen Angst.

Jokaste In welchem Ding? was hab' ich denn gesagt?

Ödipus Du sagst, er sprach von einer Räuberschar,
die ihn erschlug. Ich bin ein einzelner.
Doch wenn er einen ledig zieh'nden Wandrer nennt,
dann fällt's auf diesen Kopf!

Jokaste So sei gewiß, so war's, so wie zuerst
ich sagte. Wenn er widerrufen wollte,
es waren Männer da, nicht ich allein,
die's hörten. Und wenn er verdrehen wollte
das eigne Wort, zur alten Meldung dies
und jenes fügen – das – das wäre ja
gar nichts! Dann stimmen ja aufs neue nicht
des Laios Untergang und die Orakel.
Denn Laios verhieß ja er, der Gott,
daß ihm das Kind, aus meinem Schoß geboren,
den Tod bereiten würde. Hat ihn denn
nun dies unsel'ge Kind erschlagen, das
längst vor dem Vater tot war? Das sind Sprüche
von Sehern! Mich bekümmert keiner mehr.

Ödipus Wie du das ausdenkst! Du hast recht. Nur dennoch
la**' mir den Hirten kommen.

Jokaste Ödipus!

Ödipus Nein, das versäum' mir nicht.

Jokaste Ich will es tun.
In Eile send ich hin. Nur komm hinein.

(Sie gehen in den Palast. Das Tor schließt sich. Halbdunkel, wie wenn der Mond hinter Wolken steht.)

Die Greise (treten vor.)

Der Erste Hast du gehört, wie sie von den Göttern sprachen?
wie frech die Worte, schamlos und nackt
aus ihrem Munde brachen?

Der Zweite Ein Etwas muß sein, es bindet das Wort,
es bindet die Tat, es bindet die frevelnden Hände.
Wehe, wenn nichts uns bände!
Wenn Unzucht rast hinauf und hinab,
das ist das Ende!

Der Dritte Unzucht wohnt in ihren Herzen,
ein ewiger Sturm umschnaubt ihr Leben:
es treibt sie hinauf zu schwindliger Höh,
wo keinem zu stehen gegeben.
Wann stürzt es sie wieder hinab
in Jammer, Schmach und Grab?

Der Vierte In Jammer und Grab
soll es sie werfen!
Wenn straflos sie gehen,
erhoben das Haupt,
wer ist's, der noch glaubt?
Wenn diese wandeln
in Glanz und Ehr,
dann opfern wir alle nicht mehr!

Der Fünfte Wie sie den Götterspruch schmähten,
von Laios den Spruch,
den uralten Fluch!
Wenn sie das dürfen, wer wird noch beten!

(Eine Pause.)

Der Erste Zum Nabel der Erde, zum delphischen Haus,
zum strahlenden Tempel von Abä,
trägt mich Pilger der Fuß nicht mehr!

Die Sieben (zugleich)
Trägt mich mein Fuß nicht mehr!

Der Erste Wenn hier nicht das Göttliche kommt an den Tag,
so, daß ich's mit Händen zu greifen vermag.

Die Sieben (zugleich)
An euch ist's, ihr Götter, dies furchtbar zu wenden,
wir wollen es greifen, mit diesen Händen,
sonst opfern wir alle nicht mehr.

(Jokaste aus dem Haus, mit den Binden der königlichen Priesterin umwunden. Vor ihr drei Mägde, zum Opferdienst in fließende Gewänder eingewunden bis unter die Augen. Sie tragen jede in goldner Schale eine lautlos lodernde blaue Flamme. Die Greise treten auseinander, ins Dunkel. Die Königin schreitet im Licht der bläulichen Flammen auf den Hain zu.

Die Greise Die Königin! Was will sie weih'n?

(Jokaste bleibt auf der obersten Stufe zum Hain stehn. Die drei mit den Schalen stehen nebeneinander, unter der Königin.)

Jokaste Die Seele eures Königs, meines Herrn
ist krank. Drum will ich vor die Götter treten,
damit sie sanft ihn heilen. Denn was sind
denn wir, wenn er zu Boden liegt, der Mann
am Steuer und es werfen Sturm und Nacht
das Schiff einander zu?

Ein Bote (von rückwärts auftretend)
Ihr guten Leute,
sagt einer mir das Haus des Ödipus?
und wo ich selbst ihn finde, sagt mir einer?

Der Erste Dies ist sein Haus. Hier findest du ihn drin.
Die vor dir steht, ist seine Königin,
die Mutter seiner Kinder.

Bote Sei gesegnet,
du Königin, und lebe mit Gesegneten
vereint im Leben.

JokasteUnd das gleiche sei
auch dir beschieden, fremder Freund. Du bist
es wert um deines Grußes willen. Rede,
was bringst du uns? was kommst du zu begehren?

Bote Glück deinem Haus und deinem Gatten Glück.

Jokaste Was für ein Glück? von wo kommt's hergeschwebt?

Bote Vom Land Korinth: und eine Botschaft ist's,
die etwa wohl zugleich erfreuen ihn
und auch betrüben mag.

Jokaste Welch Ding ist dies,
das Doppelkräfte hat?

Bote Sie wollen ihn,
die Männer dort vom Isthmusland, zum König.

Jokaste Wie? Hält nicht Polybos in alter Hand
den Stab?

Der Bote Nicht mehr. Denn in der Erde schläft er.

Jokaste Was sagst du Alter? Tot ist Polybos!

Der Bote So wahr ich atme, ja.

Jokaste O meine Mädchen!
Rhodope, Pannychis, Kalirrhoe,
zum Herrn! zum Herrn!
(Die Mägde eilen ins Haus.)
Ihr Offenbarungen
wo seid ihr nun? So lange bebte er
vor einem Mord an diesem alten Mann:
nun hat das Schicksal ihn erlegt, o Ödipus!

(Ödipus tritt aus dem Haus, hinter ihm ein dunkler Gewappneter mit einer Fackel.)

Ödipus Geliebtes Herz, du hast mich holen la**en,
von wo ich saß und dachte. Sprich, wozu.

Jokaste Den Mann da höre und dann sage mir,
was wird aus dem erhabnen Götterspruch!

Ödipus Wer ist der Fremde und was bringt er mir?

Jokaste Der Mann ist aus Korinth und meldet bloß,
daß Polybos, dein Vater, tot ist.

Ödipus Was?
Sag' das mit eignem Mund!

Der Bote Nun denn: so sag' ich,
er ist hinab.

Ödipus Durch Mord? Nein? Nicht durch Mord?
Durch Krankheit?

Der Bote Ein geringer Anstoß war
genug: denn er war alt.

Ödipus So hat den Armen,
so hat ihn Krankheit weggezehrt?

Der Bote Auch schon am Alter selbst beinahe ist
er hingewelkt.

Ödipus O weh! was hat man dann,
Jokaste, noch beim pythischen Orakel
zu suchen, warum späht man noch nach Zeichen,
die mir mit maßlosem Betrug, daher
gehängt den Vatermord, da über's Haupt!
Der ist nun unterm Boden und ich hab'
kein Schwert hier angerührt – er müßte denn
aus Sehnsucht nach mir gestorben sein. So wär' ich
denn freilich schuld an seinem Tod.
Nun hat er diesen Fluch hinabgenommen,
wo er mit ihm zu Staub zerfällt.

Jokaste Und hab' ich
nicht längst dir dies vorhergesagt?

Ödipus Du hast's
gesagt. Ich aber war vor Angst
wie toll.

Jokaste Nun aber mach' dich frei, auch völlig
für immer frei.

Ödipus Wie? Vor der Eh' der Mutter
soll mir nicht bangen doch?

Jokaste Was braucht der Mensch
zu fürchten? Treibt ihn nicht das Ungefähr
dahin und dort? Weiß er von einem Ding
das Wesen, windet ihm nicht jeder Luftzug
sein Selbst aus seiner Hand? Nur leben, leben
gradhin. Bekümmre dich um kein Orakel.
Es haben Menschen auch in Träumen schon
gelegen bei der Mutter. Acht' es nicht,
Wer's von sich bläst, erträgt die Last des Lebens,
der andere erliegt.

Ödipus Das alles sagst du
vortrefflich, wäre nur die Mutter nicht
am Leben. Aber da sie lebt, was soll ich
denn anders in mir haben, als die Angst!

Jokaste Vom Grab des Vaters weht kein Trost dich an?

Ödipus Ja. Wohl. Doch, daß die Mutter lebt, das ängstet.

Der Bote Um welche Frau bist du in Ängsten, König?

Ödipus Um Merope, die Frau des Polybos.

Der Bote Was ist's mit ihr, wovor dir banget, Herr?

Ödipus Ein schlimmes Wort, von Göttern offenbart.

Der Bote Läßt es sich sagen? Oder ist verwehrt
dem fremden Ohr?

Ödipus Ich kann dir's sagen, Mensch.
Mir offenbarte der zu Delphoi thront,
umarmen würd' ich meine Mutter und
mit eigner Hand des Vaters Blut vergießen.
Das trieb mich von Korinth. Meinst du, ich hab'
um nichts das hingeopfert, ihr Gesicht
nicht mehr zu sehen?

Der Bote Wirklich dies? Nichts andres
vertrieb dich aus Korinth?

Ödipus Wie, nicht genug?
Dies eine und des Vaters Mörder werden?

Der Bote So soll ich eilen, Herr, und schnell das Wort
dir sagen, das dich frei macht, wenn ich gut
dir dienen will?

Ödipus O könntest du's, ich wollte
dir lohnen, lohnen –

Der Bote Darum kam ich auch,
daß du mich lohnest als ein reicher König,
wenn du zurückkehrst in dein Vaterhaus.

Ödipus In einem Haus mit ihnen wohn' ich nicht,
die mich geboren!

Der Bote Nein? Dann weißt du nicht,
Kind, was du tust.

Ödipus So lehr' mich's Alter, red'!
Was weiß ich nicht?

Der Bote Wenn du um ihretwillen
nicht heimkehrst.

Ödipus Faß' mich doch: aus Angst, aus alter
tödlicher Angst.

Der Bote Vor dem, was du begehen –
an deinen Eltern dort begehen könntest?

Ödipus Ja, Vater, ja!

Der Bote Und, daß all' diese Angst
um nichts ist: weil ja Polybos, du Fürst,
gar nicht ein Blut mit dir.

Ödipus Was redest du?
Nicht Polybos hat mich gezeugt?

Der Bote So wenig
als ich, der vor dir steh'.

Ödipus Was soll das heißen?
Warum dann nannte er mich Sohn?

Der Bote So wisse:
als ein Geschenk bekam er dich aus meiner,
aus dieser Hand da!

Ödipus Aus der Hand des Knechtes?
und hielt mich lieb und wert und hegte mich?

Der Bote Das macht, sie waren vordem kinderlos.

Ödipus Ein Findling bin ich? oder hast du mich
gekauft?

Der Bote Ein Findling aus dem Waldgeklüft
Kithäron.

Ödipus Wie kamst du in dies Gebirg?

Der Bote Ein Senne war ich dort, mit großer Herde
zu Berg gefahren.

Ödipus Solch ein Hirte warst du?
der wandert mit dem Vieh?

Der Bote Dein Retter war ich,
dein Retter, lieber Sohn.

ÖdipusDu fandest mich
in Not und Qual?

Der Bote Wahrhaftig das bezeugen
wohl heut' noch die Gelenke deiner Füße.

Ödipus O weh! was rührst du auf!

Der Bote Die armen Füße
durchbohrt, umschnürt, aus blut'gen Riemen löst' ich
die Füße dir.

Ödipus Verfluchte Narben, schmählich
empfangen in den Windeln!

Der Bote Deinen Namen
hast du ja auch daher.

Ödipus Jetzt rede: war's
des Vaters oder war's der Mutter Hand,
die das an mir getan?

Der Bote Das weiß ich nicht.
Der dich mir gab, wird das wohl eher wissen.

Ödipus Du fandst mich nicht? ein andrer gab mich dir?

Der Bote Ein andrer Hirte war's. Der gab dich mir.

Ödipus Wer? weißt du, wer es war?

Der Bote Er hieß ein Knecht
des Laios.

Ödipus Dessen, der hier König war,
vor mir?

Der Bote Desselben. Ja.

Ödipus Und lebt der Mensch?
Kann man ihn reden machen?

Der Bote Das müßt ihr
am besten wissen, ihr Einheimischen.

Ödipus Ist einer unter euch, der Kunde weiß
von diesem Hirten, den er meint? So redet.

Einer der Greise Ich mein', es ist kein andrer als der Mann
vom Felde, den du ehe schon begehrtest.
Ich mein, es ist gesandt um ihn. Doch hier
die Frau wird alles dir am besten sagen.

(Er tritt sogleich wieder ins Dunkel zurück.)

Ödipus Ich bitte, sprich: ist der, um den du schicktest
(zu Jokaste)
der gleiche, den der Mann hier meint?

Jokaste (qualvoll) Ich weiß nicht,
wen dieser meint. Ich höre nicht auf ihn.
Was kümmert dich sein Reden!

Ödipus Was? Dies hören
und mein Geschlecht im Dunkel la**en? Nein!
Jetzt oder nie ergründ' ich, wer ich bin.

Jokaste Nein! nein! bei deinem Leben, frag' nicht weiter!
Genug ist meine Pein.

Ödipus Ist dir so bang?
Getrost, ich schände nicht dein Bett und wär' ich
von Vater her und Ahn' aus Knechtesblut.

Jokaste Und dennoch folg' mir! La**' dich bitten!

Ödipus Still!
Ich folg' dir nicht. Jetzt gilt's zu wissen!

Jokaste Hör' mich!
Dein Bestes rat' ich dir.

Ödipus Dies Beste ist
mir lange schon zur Qual. Den Hirten will ich.
Schafft mir ihn keiner?

JokasteUnglückseliger!
erfahre niemals wer du bist.
(Sie steht starr vor Grauen.)

ÖdipusIch la**' dir
die Lust an deinem Blut. Wird einer mir
den Hirten bringen?

Jokaste (indem sie ins Haus geht) Du Unseliger!

Die Greise (leise)
Die Frau! seht auf die Frau! Ich kann die Augen
nicht sehn, mit denen sie dich ansah. Hast du
die Augen nicht gesehen? Ödipus!

Ödipus Es reiße, was da reißen will! Doch ich
will wissen, wo ich hergekommen bin,
und wär' es aus dem Staub. Das Weib ist stolz.
Mir scheint, sie schämt sich meiner: aber ich,
[Lyrics from: https:/lyrics.az/sophokles/konig-odipus/konig-oedipus-kapitel-3.html]
ich bin der Sohn des Glücks und Vettern sind mir
die Monde, die mich groß und klein gemacht,
die wechselnden. Wer solchen Stammbaum hat,
der forscht nach seinem Blut.

Die Greise (verschieden)
Vielleicht bist du das Kind von einem Gott
gezeugt im Wald mit einer? Ist nicht Pan
dein Vater? Nicht Apollon? Bacchos nicht?
Nicht Bacchos? Hat nicht eine von den Nymphen
am Helikon mit Bacchos dich gezeugt?

Ödipus (ohne sie zu achten, ins Dunkel spähend)
Das muß der Alte sein! Der Hirte dort,
den wir erwarten. Überdies erkenn ich
in denen, die ihn führen, meine Diener.
Siehst du den Mann?

Die Greise (zusammen) Er ist es. Dieser ist es.

(Der alte Hirte tritt in den Schein der Fackeln).

Ödipus Dich frag ich, Fremdling aus Korinth, zuerst:
ist's dieser, den du meinst?

(Er zieht in seiner verzehrenden Ungeduld mit der Linken den Boten, mit der Rechten den Hirten dicht vor sich ins volle Licht der Fackeln.)

Der Bote Derselbe, Herr.

Ödipus (zum Hirten)
Hör' Alter. Sieh mich an und gib Bescheid
auf meine Fragen: Du warst Knecht bei Laios?

Der Hirte Sein Knecht, Herr, von Geburt sein Knecht.

Ödipus (in rasender Ungeduld, wendet sein Gesicht jäh von dem einen zum anderen, kaum die Antworten, die er vorauf weiß, abwartend. Es ist, als risse er in dämonischer Gier das Schicksal in sich hinein wie ein Schwert)
Was war dein Dienst?

Der Hirte Meist
auf dem Kithäron, oder ringsherum,
Herr, in der Nachbarschaft.

Ödipus So kennst du diesen?

(Er faßt den Boten und den Hirten am Nacken und nähert ihre Köpfe einander im grellsten Licht der Fackel, die er durch einen Griff nach dem Arm des Fackelträgers näher herbeizwang.)

Der Hirte Wie sollt' ich diesen – Herr – was ist es denn
für einer?

Ödipus Dieser! Dieser! Hast du nie
mit diesem was zu tun gehabt?

Der Hirte Nicht, daß ich
mich des so schnell entsinnen könnte, Herr.

Der Bote Das ist kein Wunder, Herr. Doch frisch ich ihm
sogleich das Alte auf. Des wird er sich,
das wette ich, entsinnen, daß vorzeiten
auf dem Kithäron, wo die Triften sind,
die großen Weideplätze, daß wir da
drei halbe Jahre, jedesmal vom Frühjahr
bis tief in' Herbst hinein, mit unsern Herden,
er hatte zwei und ich nur eine, daß wir
da Nachbarn waren und freundnachbarlich
verkehrten, und zu Winterseinbruch dann
trieb ich hinab zu meinen Hürden, er
zu Laios Höfen. Rede ich die Wahrheit,
ja? Oder nein?

Der Hirte Ja, ja, nur ist es lange,
so lange her.

Der Bote So sage, weißt du's noch,
wie du das Kind mir damals gabst?

Der Hirte Was soll das?
Was fragst du das mich jetzt?

Der Bote Der hier, mein Guter,
der ist dies Kind!

Der Hirte Verflucht sei dir die Zunge
in deinem Mund!

Ödipus Ah, Alter, strafe du
den nicht! Nicht was er redet, was du tust,
verdient Bestrafung.

Der Hirte Was, mein gnäd'ger Herr,
was tat ich denn?

Ödipus Verleugnen willst du hier
das Kind, nach dem er sucht.

Der Hirte Was weiß der Mensch!
Schad' um die Zeit.

Ödipus Sagst du es willig nicht,
so sagst du's doch im Zwang.

(Er faßt ihn hart an.)

(Allmähliches Heraufdämmern am Rand des Himmels.)

Der Hirte Mein gnädger Herr,
mißhandelst du den alten Knecht?

Ödipus Heran!
Schnürt ihm die Hände auf den Rücken fest.

Der Hirte Wofür? Was willst du? Unglückseliger Herr,
was willst du denn erfahren?

Ödipus Gabst du ihm
das Kind?

Der HirteIch gab's. Wär' ich an jenem Tag
gestorben!

Ödipus Sterben wirst du heute hier,
wo du nicht Wahrheit sprichst.

Der Hirte Und red' ich Wahrheit,
so sterb' ich auch!

Ödipus (drohend) Der Alte scheint es, sucht
Ausflücht' und hält uns hin.

Der Hirte Ich? Hab' ich's nicht
schon längst gesagt? Ich gab das Kind! Ich hab'
es ihm gegeben.

Ödipus Woher war das Kind?
Ein eignes? Oder fremdes?

Der Hirte Freilich war's
nicht meines. Irgendwo empfing ich es.

(Fahler Morgen bricht an.)

Ödipus Von welcher Hand? aus welchem Haus?

Der Hirte Nicht fragen,
nicht fragen, Herr!

Ödipus Du bist ein toter Mann,
wenn ich noch einmal fragen muß.

Der Hirte So sei's:
es war aus Laios' Haus, das Kind.

Ödipus Von Knechten?
Ja? Oder aus des Königs eignem Blut?

Der Hirte Jetzt bin ich, wo mir graust.

Ödipus Mir auch, doch hören
muß ich's!

Der Hirte Sie nannten es ein Kind von ihm.
Da drinnen, Herr, dein Weib erklärt dir das
am besten.

ÖdipusSie?

Der Hirte Sie war dabei, als er,
der alte König, mir es gab.

Ödipus Es gab?
Zu welchem Ende?

Der Hirte Töten sollte ich's.

Ödipus Das Kind? So grausam?

Der Hirte Grausam war der Spruch,
Vor dem erbebten sie.

Ödipus Was für ein Spruch?

Der Hirte Der Knabe würde seinen Vater morden,
so hieß es.

Ödipus Und du gabst es fort? an den?

Der Hirte Aus Mitleid, Herr, aus Mitleid. Daß er's trüge
mit sich, in fremdes Land. Doch wenn es du –
wenn du das bist – ihr Götter der drei Welten –
so hab' ich für ein gräßliches Geschick
dich aufgespart, Herr!

Ödipus Klar! O alles klar!
O Licht! jetzt seh' ich dich zum letztenmal.
Verfluchtes Kind! Verflucht im Ehebett'!
verfluchter Mörder! Ganz und gar verflucht!

(Er stürzt ins Haus.)

(Die Greise treten nach vorne. Sie bleiben lange stumm. Dumpfer Lärm im Palast.)

Die Greise Wißt ihr noch, wie er kam? – Gleich einem Gott grüßten wir ihn.
Herakles! Perseus! Orpheus! So riefen wir, da wir ihn sahn.
Wie glänzte der Tag: da brachten wir ihm die Königin mit der Krone.
Wie glänzte die Nacht, da stieg er zu Bette mit ihr.
Wißt ihr, mit wem er zu Bette stieg? Wehe!

(Aus dem Palast tönt ein Wehelaut wie ihnen zur Antwort.)

Die Greise Wie konnte das Bett ihn tragen? – Lag nicht der Tote darin?
Laios!

Alle (dumpf wiederholend)
Laios!
Wie lange vergaßen wir den! Nun ist auch er wieder da. Wehe!

(Eilt gleicher Laut aus dem Palast, noch schrecklicher.)

(Die Tür des Palastes wird jäh aufgerissen.)

(Die Mägde kommen hervor.)

Die Mägde Die Königin ist tot!

EineSelber –

Andere Mit ihren eignen Händen –

Die Dritte (hängt sich an sie) Sag' es nicht,
wie sie's getan hat!

Die Erste (vorne)Ich war im Gemach –
dort wo das Ehebette steht – ich lag'
und reinigte Gerät – da fliegt die Tür auf
und sie herein, – mich sieht sie nicht – sie sieht
den Toten, ihren ersten Mann, den König Laios,
sie redet mit dem Toten – und zugleich
ist noch ein anderer bei ihr – der Sohn,
mit dem sie auch in diesem Bette lag
und Kinder ihm gebar, – dort, wo sie ihn
geboren hatte, ihn – sie greift – sie greift
jäh hin und nestelt an dem Gürtel, ah,
sie macht den Gürtel los und in der Luft
zieht sie ihn durch, daß eine Schlinge wird,
ah, ihr Gesicht, als sie sich freute, weil
es eine Schlinge wurde –

AndereSprich's nicht aus!
Sag' nicht, was dann geschah!

Die ErsteIch sag' es nicht!
(Sie verhüllt ihr Gesicht.)

Die Zweite (drängt sich vor)
Er fand sie dann erhängt, er!

Eine VierteÖdipus!
er kam ins Haus – ich will in meinem Leben
nie wieder einen laufen sehn mit solchem
Gesicht, wie er hineinlief!

Die Zweite Keine Stimme,
ihr Götter, will ich hören, wie die Stimme war,
mit der er schrie: Wo ist mein Weib, nein, nicht
mein Weib, die Mutter! wo ist meine Mutter?

Die Vierte Wir gaben keine Antwort, aber er –

Die Zweite Sein Dämon zeigt es ihm, mit einem Schrei,
wie hundert wilde Tiere springt er an
und bricht die Tür – da mußten unsre Augen sehn:
die Frau da hängen.

Die Vierte Aus der Schlinge macht
der jammervolle Mensch sie los und legt sie
sanft auf den Boden – –

Die Zweite Und dann nimmt er ihr
die goldnen Spangen ab, ganz sanft, die Spangen
vom Kleid, womit es zugeheftet war –
und redet und wir stehen da und wissen nicht,
zu wem er redet: zu der Toten nicht,
und nicht zu uns – allein wir hörens alle:
»Ihr habt ja nie gesehen«, sagt er, »nicht
gesehen, was ich tat, nicht, was ich litt,
niemals gesehn, wer vor mir steht, so schaut
auch weiter in die Nacht« und hebt, – die Augen,
zu seinen Augen redet er, – und hebt
die Hände, beide Hände, mit den Spangen
und bohrt die Spangen sich in beide Augen,
in die lebend'gen Augen, bis ihm Blut
heruntertrieft über die Wangen, über
das ganze Gesicht!

(Unruhe im Palast)

Die Erste (wieder vorkommend)
Sie können ihn nicht halten!
er schreit, sie sollen öffnen: allem Volk
den Mann zu zeigen, der erschlagen hat
den Vater, und der Mutter –

Alle Sag es nicht

Die Erste (hält sich)
Mein Mund sagt's nicht!

(Von innen drängt's heran.)

(Die Mägde bilden am Tor eine Ga**e. Vor Entsetzen und Angst recken sie alle die Arme empor und schließen die Augen.)

(Aus dem Tor kommt Ödipus, mit wildem Haar, die blutenden Augen dürftig verbunden. Er geht mit solchen Schritten, daß zwei, die ihn stützen und führen wollen, ihm kaum nachkommen. Hinter ihm eine Schar von Dienern, auch Gewappnete darunter. – Die Greise weichen schaudernd nach rechts hin.)

Die Greise Ich frage nichts mehr, – ich prüf' es nicht mehr –
ich bedenk' es nicht mehr – mich schaudert!

Ödipus Ah! Ah! Ah!
Wo fliegt mein Schreien hin? wer fängt es auf?
verhallt es in der Luft?
O Schicksal, wo treibst du mich hin!

Die Greise (flüsternd)
Zu grauenvollem Tun, das kein Aug' begehrt
zu sehen.

Ödipus O Finsternis!
Ewig um mich – unendlich – unausdenkbar,
unüberwindlich! Namenloses Dunkel!
Und nochmals Weh! Wie bohren diese Qualen
in meine Augen und die Dolche innen
des Denkens!

Die Greise Doppelt ist die Qual: so sind wir
gebildet!

Ödipus (den Greisen nahe)
Ah! Du bist noch da, du harrest
noch bei dem Blinden aus! Weh mir!

Die Greise (zu ihm tretend)
Furchtbarer Mensch! wer hat die Hand geführt,
als sie die Augen mordete?

ÖdipusApollon,
Apollon hat dies grausenhafte Weh
mir aufgebaut. Doch mit den Augen wurden
die Hände da mir fertig. Dazu brauchte
kein Gott zu helfen. Was soll ich noch anschaun?
Den Vater drunten, wenn ich ihm begegne?
oder die Kinder, ihren Blick in meinen
verschränken und ein unausdenkbares Gespräch
von Aug' zu Auge führen? Fort mit mir!
Jagt doch das große Unheil, jagt doch das,
hinaus, was trieft von allen Himmelsflüchen!

Die Greise (zugleich)
Ich wollt', ich hätte niemals dich gekannt.

Ödipus (leiser)
Was ich getan hab' an der Mutter und
am Vater, büßt Erhängen nicht.
(Er brütet vor sich hin.)
Ah! Hochzeit! Hochzeit! nächt'ge Saat, zutage
gebracht, die Söhne Vaters Brüder, Töchter
ah, Schwestern! Namenlos! Versteckt mich doch
im Waldgeklüft! erschlagt mich! Werft mich wo
ins Meer hinab! Nur schnell! Von wo ihr nimmer
mich wiederkommen seht! Erniedrigt euch
mich anzurühren! Fürchtet nichts! Hier drinnen
ist alle Pein der Welt: es springt nichts über!

(Kreon, begleitet, tritt aus dem Palaste.)

Die Greise Du bittest, – der entscheiden wird, ist Kreon.
Er waltet nun des Landes. Er tritt nah.

Ödipus (leise)
Was rede ich zu Kreon?

KreonÖdipus,
nicht dein zu spotten komme ich, der du elend bist,
doch ihr, wenn ihr nicht Scheu vor Menschen tragt,
so scheuet den lebend'gen Gott, der dort herauf,
der heilige, funkelt, Helios, und zeigt ihm nicht
dies dort, dies ohne Namen, diesen Greuel,
vor dem die Erde zuckt und nicht berührt
will sein von seinem Leib und nicht das Licht
darf triefen hin an ihn und nicht der Regen,
die heilig sind. Wir sind sein Blut, auf uns
liegt dies, in einem Haus mit ihm zu sein,
und dieses Leiden unsres Bluts zu schauen.

Ödipus O Kreon, du bist gut!
Mit solcher Güte redest du zu Ödipus,
dem schlimmen. Ah! gewähre eines! gewähre!

Kreon Um welche Gunst fleht Ödipus?

Ödipus O stoß mich
hinaus, nur schnell hinaus, dorthin wo nie,
nie mehr, mich eine Menschenstimme grüßt!

Kreon Dies wäre schon getan. Doch will der Gott
zuvor befragt sein.

ÖdipusNein, nicht mehr befragt.
Vernichten will er den, der Vaters Blut
vergoß. Sonst nichts.

Kreon So sprach der Gott. Doch lag's im Dunkel.
Nun ist's am Tage. Wer errät den Gott?
Ich wart' und frage.

Ödipus Fragen wiederum?

Kreon Nun glaubst du ja den Göttern, Ödipus?
Wie?

Ödipus Dies liegt alles nun in deiner Hand.
Die Leiche drinnen laß bestatten, so
wie dir's gefällt. Auch das gebührt ja dir.
Doch das begehre nicht, daß mich die Stadt
noch länger tragen soll. Nein, im Gebirg,
dort laß mich hausen, am Kithäron dort;
der Ort ist mein. Bestimmten mir die Eltern
am frühen Tag ihn nicht zum frühen Grab?
Und dennoch weiß ich dies in mir: mich tötet
nicht Krankheit, noch ein Wurf des widrigen
zufälligen Geschicks: noch steht ein Etwas
im Dunkel, ungeheuer, ohne Name,
für dieses bin ich aufgespart. So gehe
das Schicksal, welchen Gang es will. O Kreon,
erbarm' dich meiner Kinder! denkst du's, Kreon,
sie aßen nie an einem Tisch getrennt
von mir, sie sind gewohnt, daß dieser da,
ihr Vater, seinen Bissen teilt mit ihnen!
Sie nimm in deinen Schutz. Und laß mich sie
anrühren noch einmal!

(Auf einen Wink Kreons werden zwei der Kinder, die Mädchen, herausgeführt, zu Ödipus hin.)

Ödipus Ich höre sie!
Ich hör' ihr Weinen! Hast du so viel Mitleid,
Kreon, ist's wahr? Hast du sie mir heraus-
geschickt?

Kreon Gedenkend frührer Zeiten, Ödipus,
und deiner Vaterfreuden tat ich dies.

Ödipus So sei beglückt! Und wahre dich ein Dämon
auf deinem Weg, der meiner nicht gewahrt.
Wo seid ihr, meine Kinder! Kommt zum Vater!
Die Augen sehn euch nicht. Ich hab' sie mir
herausgeweint – mit meinen Händen da.
Weh! Mädchen! Bitter! Bitter! Wer nimmt euch
zum Weibe, wer ist frech genug und schwingt
die Schmach, die ungeheuere Schmach als Mitgift
auf seine Schulter? Hängen nicht die Flüche
der ganzen Welt auf euch! Der Vater schlug
den Vater tot, dann kam er her und freite
die Mutter und derselbe Schoß, der ihn
getragen, trug dann euch, da hatt' er Lust,
da hatt' er Vaterlust – wer wird aus euch
sich Kinder zeugen? Keiner auf der Welt!
Unfruchtbar welkt ihr hin, vergeblich Leben,
um nichts geboren, öde! Kreon! Kreon!
Sie haben niemand auf der Welt, nicht tot,
nein, mehr als tot, zernichtet ist ihr Vater,
dahin die Mutter, laß sie nicht im Land
umirren, Fürst, laß sie nicht betteln, Fürst,
sie sind von deinem Blut. Sie haben keinen
als dich. Versprich mir dies! Laß deine Hand,
die Hand anrühren, daß du mir es hältst,
die Hand dem armen Ödipus. –

Kreon Genug
des Weinens. Auf und komm' ins Haus. Ein Dach
über dein Haupt. Die Sonne steigt.

ÖdipusWeh mir!
Steigt sie? Nur, daß du mich dann la**est, Kreon,
daß du mich la**est –

Kreon aus dem Lande?

Ödipus Fort!

Kreon Die hohe Gunst erflehe du von Göttern.

Ödipus Weh Götter! Die mich ha**en.

Kreon Sie gewähren's,
wenn sie dich ha**en.

Ödipus Aber du?

Kreon Nun geh'
und laß die Kinder los.

Ödipus Nein! Nein, die nimm mir nicht!

Kreon Hoffst du noch immer dir Gewinn? Und blieb
denn etwas treu, das du im Leben dir gewannest?

Ödipus (steigt die Stufen hinan, zu Kreons Hand; oben)
Thebaner! das ist Ödipus, der groß war
unter dem Volk und viel beneidet war.
Drum muß ein Mensch des letzten Tages harren
im stillen, ganz im stillen.

Die Greise (in sich erschauernd) Ödipus!

DER VORHANG

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