Man kann Giwar Hajabi, besser bekannt als Xatar, keineswegs vorwerfen, er verkörpere nicht dies, was im deutschen Gangsterrap oftmals von sich gegeben wird. Der Überfall eines Goldtransporters 2009, die anschließende Flucht in den Irak, der Prozess und die darauffolgende Verurteilung zu acht Jahren Haft, machten den kurdischstammigen Rapper in den deutschen Medien präsent. Seitdem rankt sich ein regelrechter Mythos um Xatar, nicht nur aufgrund seines wahrlich gangsterhaften Äußeren, sondern auch aufgrund des Geheimnisses um das gestohlene Gold, welches von der Polizei zum Großteil immer noch nicht aufgefunden wurde. Während sich Xatar diesbezüglich stets bedeckt hält, war es für viele umso erfreulicher, da** nach seiner vorzeitigen Entla**ung Ende 2014 ein neues Album des Alles-Oder-Nix-Chefs angekündigt wurde. Sein letztes Album Nr. 415 lag bereits drei Jahre zurück und war aufgrund von Xatars fehlenden Aufnahmemöglichkeiten im Gefängnis für viele nicht zufriedenstellend. Mit seiner dritten Scheibe “Baba aller Babas” lieferte er jedoch ein Album ab, welches sich perfekt in die überzeugende Diskographie seines aufstrebenden Labels einreiht.
Vor allem war es der musikalische Aspekt, welcher gelobt wurde. Hausproduzent REAF und weitere Beteiligte, unter anderem Xatar selbst, gaben dem Album einen exzellenten Soundteppich – hörbar am Flavour der goldenen 90er des Hip-Hops orientiert und um einige eigene Komponenten erweitert. Jedoch kann auch die Textbasis vollends überzeugen. Xatar ist schließlich einer der wenigen im Deutschrap, die einiges an Lebenserfahrung vorzuweisen haben und diese entscheidend gut in ihren Songs umsetzen. Sei es das Anprangern der deutschen Justiz und Exekutive in Justitia oder die Erfahrungen mit der altbekannten b**h namens Geld in Meine große Liebe. Oder er liefert einfach im Vorbeigehen denkwürdige Lines ab, welche zu seinem Alleinstellungsmerkmal beitragen. Auch die Featuregäste in Form von Flowmaschine Olexesh und Alleinentertainer SSIO, geben dem Album die nötige Abwechslung. Zusammengefa**t: Der Bira hat Deutschrap ordentlich aufgemischt – und von ihm wollen wir in Zukunft noch einiges hören.